Ermittlungsverfahren

Das Strafverfahren beginnt durch Einleitung des Ermittlungsverfahrens aufgrund einer Strafanzeige oder zureichende tatsächliche Hinweise auf eine Straftat. Das Legalitätsprinzip zwingt die Polizei oder Staatsanwaltschaft dazu, Ermittlungen aufzunehmen, sofern gem. § 152 Abs. 2 StPO ein Anfangsverdacht vorliegt.

Eine Ausnahme bilden die sog. Antragsdelikte, bei denen die Staatsanwaltschaft nur Ermittlungen aufnehmen darf, wenn ein Strafantrag des Verletzten vorliegt (absolute Antragsdelikte) oder ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung (relative Antragsdelikte) vorliegt.

Häufig weiß ein Beschuldigter nicht, dass gegen ihn ein Ermittlungsverfahren geführt wird. Die Staatsanwaltschaft ist nicht dazu verpflichtet, einen Beschuldigten förmlich über die Aufnahme von Ermittlungen zu informieren. Erst wenn die Polizei die Ladung zur Vernehmung als Beschuldigter schickt, erfährt er von dem Ermittlungsverfahren.

Vorladung von der Polizei erhalten?

Obwohl dieser Brief mit Vorladung überschrieben ist, müsste dort eigentlich Einladung stehen, denn man muss als Beschuldigter der Ladung der Polizei nicht nachkommen. Wenn Sie als Beschuldigter eines Strafverfahrens mit der Vorladung zu mir kommen, werde ich als erstes die Einladung freundlich für Sie absagen.

Danach beantrage ich Akteneinsicht, um zu sehen, was Ihnen die Staatsanwaltschaft genau vorwirft und mit welchen Beweisen dieser Tatvorwurf untermauert werden soll. Sie erhalten dann eine ehrliche Einschätzung Ihrer Situation und welche Optionen sich Ihnen individuell bieten. Aufgrund dieser Tatsachengrundlage erarbeiten wir gemeinsam eine erfolgversprechende Verteidigungsstrategie, dessen Ziel die Einstellung des Verfahrens noch im Ermittlungsverfahren ist.

Gute Chancen auf Einstellung im Ermittlungsverfahren

In Hamburg sind die Chancen, eine Einstellung im Ermittlungsverfahren zu erreichen, vergleichsweise gut, denn Hamburg hat bundesweit die höchste Einstellungsquote.

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Statistisch gesehen ist die Einstellung die Regelverfügung der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren

Scheidet eine Einstellung im Ermittlungsstadium aus – etwa wegen der Schwere des Tatvorwurfs oder der vermeintlich eindeutigen Beweislage – konzentriert sich unsere Verteidigungsstrategie entweder auf eine Freispruch- oder eine Strafmaßverteidigung.

Anklage oder Strafbefehl

Das Ermittlungsverfahren endet – wenn es nicht eingestellt wird – durch die Erhebung der Anklage oder das Strafbefehlsverfahren. Ist eine Hauptverhandlung unvermeidbar, so hat der Strafverteidiger dennoch vielfältige Möglichkeiten, eine gute Verteidigung zu gewährleisten, z. B. durch Vorbereitung von Zeugenbefragungen, Beweisanträgen und durch Prüfung von möglichen Beweisverwertungsverboten.

Zwischenverfahren

Sofern die Staatsanwaltschaft durch eine Anklageschrift Anklage erheben will, prüft das Gericht im Zwischenverfahren, ob ein hinreichender Tatverdacht vorliegt. Somit ist auch in diesem Verfahrensstadium noch eine Einstellung zu erreichen.

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