Körperverletzung, § 223 StGB

Sie haben eine Vorladung der Polizei wegen einer Körperverletzung gemäß §§ 223 ff. StGB erhalten? Hier erhalten Sie weitere Informationen über die Voraussetzungen, eine zu erwartende Strafe und zu Besonderheiten im Zusammenhang mit der Strafanzeige.

Besondere Ausprägungen mit Einfluss auf die zu erwartende Strafe sind

Der Grundtatbestand ist in § 223 StGB geregelt, der lautet:

Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.

Tatbestand der Körperverletzung

Hierunter ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung zu verstehen.

Unter einer körperlichen Misshandlung versteht man jede üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit mehr als nur unerheblich beeinträchtigt. Auch psychische Beeinträchtigungen können eine körperliche Misshandlung darstellen und sich als Gesundheitsschädigung auswirken.

Als Gesundheitsschädigung gilt das Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen – vom normalen Funktionieren des Körpers abweichenden – Zustandes, auch wenn er nur vorübergehend und nicht schwerwiegend ist.

Im Gegensatz zur fahrlässigen Tatbegehung muss der Täter vorsätzlich, also mit dem Willen und in dem Wissen gehandelt haben. Auch der Versuch ist gemäß § 223 Abs. 2 StGB strafbar. Besondere Begehungsformen sind in § 224 StGB mit Strafe bedroht.

Antragsdelikt

Die Körperverletzung ist wie auch die fahrlässige nach § 230 StGB ein Antragsdelikt, da es sich häufig um eine Bagatellstraftat handelt. Deshalb werden diese grundsätzlich auch nur auf einen Strafantrag (§§ 77 ff. StGB) hin verfolgt, sofern nicht ein besonderes öffentliche Interesse an der Strafverfolgung vorliegt.

Privatklagedelikt

In leichten Fällen stellt die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren ein und verweist den Anzeigeerstatter (Antragsteller) auf den Privatklageweg. Dieses Verfahren findet vor dem Amtsgericht statt, in dem der Verletzte einer Straftat als Ankläger an Stelle der Staatsanwaltschaft auftritt. Die Staatsanwaltschaft ist an diesem Verfahren nicht beteiligt, da sie ausnahmsweise nicht verpflichtet ist, die Tat selbst zu verfolgen.

Strafe für eine Körperverletzung

Die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB wird bei Ersttätern meist mit einer Geldstrafe geahndet, sofern der Geschädigte keine gravierenden Verletzungen erlitten hat. Der Strafrahmen reicht jedoch bis zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Die gefährliche und schwere Körperverletzung wird jeweils mit Freiheitsstrafe bestraft, die jedoch grundsätzlich zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Als Beschuldigter der schweren Körperverletzung nach § 226 StGB haben Sie zudem Anspruch auf einen Pflichtverteidiger, den das Gericht beiordnet.

Sie haben eine Frage zum Vorwurf der Körperverletzung?

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen nur der ersten Orientierung; ersetzen jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt.

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