Beleidigung, § 185 StGB

Sie haben eine Vorladung der Polizei wegen einer Beleidigung gemäß §§ 185 ff. StGB erhalten? Hier erhalten Sie weitere Informationen über die Voraussetzungen, eine zu erwartende Strafe und zu Besonderheiten im Zusammenhang mit der Strafanzeige.

§ 185 StGB (Strafgesetzbuch) lautet:

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Tatbestand der Beleidigung

Als Beleidigung bezeichnet man ein Ehrdelikt, dessen Schutzgut die persönliche Ehre ist. Der Schutz der persönlichen Ehre leitet sich als allgemeinen Persönlichkeitsrecht aus dem Grundgesetz aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG ab.

Die beleidigende Äußerung kann durch Kundgabe von Missachtung oder Nichtachtung gegenüber dem Beleidigten oder Dritten – verbal, schriftlich, bildlich oder auch durch schlüssiges Verhalten erfolgen.

Eine Beleidigung kann insbesondere durch die Wahrnehmung berechtigter Interessen gem. § 193 StGB gerechtfertigt und somit nicht strafbar sein. Der Versuch ist straflos.

Strafe für eine Beleidigung

Die Beleidigung nach § 185 StGB wird bei Ersttätern mit einer Geldstrafe geahndet. Sie benötigen nicht zwingend einen Rechtsanwalt. Durch eine effektive Strafverteidigung lässt sich meist auch eine Einstellung des Verfahrens erreichen.

Antragsdelikt

Eine Beleidigung ist ein Antragsdelikt, da es sich hierbei nur um eine Bagatellstraftat handelt. Deshalb wird diese meist nur auf einen Strafantrag (§§ 77 ff. StGB) hin verfolgt, sofern nicht ein besonderes öffentliche Interesse an der Strafverfolgung vorliegt.

Privatklagedelikt

In leichten Fällen stellt die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren ein und verweist den Anzeigeerstatter (Antragsteller) auf den Privatklageweg. Dieses Verfahren findet vor dem Amtsgericht statt, in dem der Verletzte einer Straftat als Ankläger an Stelle der Staatsanwaltschaft auftritt. Die Staatsanwaltschaft ist an diesem Verfahren nicht beteiligt, da sie ausnahmsweise nicht verpflichtet ist, die Tat selbst zu verfolgen.

Weiterführende Informationen

Sie haben eine Frage zum Vorwurf der Beleidigung?

Sie haben eine Frage, die unbeantwortet geblieben ist? Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen nur der ersten Orientierung; ersetzen jedoch keine persönliche Beratung bei einem Rechtsanwalt.

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